IBS|BW – Integriertes Bibliothekssystem für das Land Baden-Württemberg


Problemstellung

Die Lokalsystemlandschaft der wissenschaftlichen Bibliotheken des Landes war bis in das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts sehr heterogen. Im Einsatz waren sowohl verschiedene Systeme kommerzieller Anbieter als auch diverse Eigenentwicklungen mit redundanten Datenbeständen. Durch den Einsatz eines neuen, landesweit eingesetzten Bibliothekssystems sollten die Datenbestände zusammengeführt und ein integriertes Arbeiten ermöglicht werden.

Ziele

  1. Ablösung der heterogenen Altsysteme in den Bibliotheken durch ein integriertes Bibliotheksverwaltungssystem
  2. Verwendung eines einheitlichen Lokalsystems in allen beteiligten Bibliotheken
  3. Erwerb einer für alle wissenschaftlichen Bibliotheken im Geschäftsbereich des MWK nutzbaren Landeslizenz
  4. Erleichterung der langfristigen Kooperation der Partnerbibliotheken
  5. Vereinheitlichung von Verfahren und Vereinfachung der Arbeitsprozesse in den beteiligten Bibliotheken
  6. Konsolidierung und Reduktion der Schnittstellenvielfalt
  7. Anbindung an Authentifizierungs- und Autorisierungsdienste (Shibboleth) sowie Integration in das bestehende Hochschulidentitätsmanagement (LDAP)
  8. Ermöglichung von Synergien durch einen zentralen, wirtschaftlichen und ressourcenschonenden Betrieb
  9. Bessere Auslastung, optimierter Betrieb und höhere Verfügbarkeit der Server durch ein zentrales Betriebsmodell (private Cloud)
  10. Sicherung der Zukunftsfähigkeit der beteiligten Bibliotheken

Vorgehen

Im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung (2009) unter der Federführung der Universität Ulm erhielt die Firma aStec mit dem Bibliothekssystem aDIS|BMS den Zuschlag. Ab Mitte 2010 wurden die am Projekt teilnehmenden Konsortialbibliotheken sukzessiv auf das neue Bibliothekssystem umgestellt. Die Projektleitung und das Projektmanagement lagen beim Kommunikations- und Informationszentrum der Universität Ulm (kiz).

Projektleitung: Prof. Hans Peter Großmann
Stellv. Projektleitung: Dr. Claudia Pauli

Das sich anschließende Folgeprojekt IBS|BW2 wurde unter der Federführung des KIM der Universität Hohenheim durchgeführt. Im Sommer 2016 hat das IBS|BW-Konsortium mit dem Projekt IBS|BW-Xtension 2018 begonnen. Projektzeitraum: 01.07.2016 - 30.06.2018 

Ergebnisse

  • IBS|BW
    Das Projekt IBS|BW wurde Ende September 2013 erfolgreich abgeschlossen. Im Laufe des Projekts wurden die Bibliothekssysteme von über 50 Bibliotheken auf das integrierte Bibliothekssystem aDIS|BMS umgestellt.
    Während des Projektes entstanden zahlreiche gemeinsame Fachkonzepte in unterschiedlichen bibliothekarischen Bereichen (z.B. Fernleihe, Verwaltung von E-Ressourcen, Verbunddaten).
  • IBS|BW2
    Das Folgeprojekt IBS|BW2 (Laufzeit Oktober 2013 bis März 2016) führte zur Entwicklung eines Ressource Discovery Systems (RDS) durch die Universitätsbibliothek Freiburg, Funktionserweiterungen in aDIS|BMS und die Einführung eines Digitalen Assistenten zur halbautomatischen Sacherschließung. Erfolgreicher Abschluss im März 2016.
  • IBS|BW-Xtension 2018
    Im Projekt IBS|BW-Xtension 2018, Projektzeitraum 01.07.2016 - 30.06.2018, ist die Erarbeitung einer stärkeren Integration von RDS und dem landesweit eingesetzten Lokalsystem aDIS|BMS und eine Anpassung der Usability von aDIS|BMS vorgesehen. Konzeptionelle Arbeit ist für die Einführung eines E-Payment-Pilotsystems und eines „Landes-RDS-Indexes“ vorgesehen.

Stand

Das integrierte Bibliothekssystem aDIS|BMS ist bei allen wissenschaftlichen Bibliotheken des Konsortiums im Produktivbetrieb. Das in der Universitätsbibliothek Freiburg entwickelte RDS ist bei fast allen interessierten Bibliotheken eingeführt, die Funktionalitäten von aDIS|BMS erweitert und die Einführung des Digitalen Assistenten zur halbautomatischen Sacherschließung durchgeführt. Allen wissenschaftlichen Bibliotheken im Geschäftsbereich des MWK Baden-Württemberg steht es frei, dem Konsortium beizutreten und die erworbene Landeslizenz ebenfalls zu nutzen. Der Dienst kann über das Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg, Konstanz (BSZ) bezogen werden.

Die Systemlandschaft der wissenschaftlichen Bibliotheken des Landes hat sich durch die Arbeitsergebnisse der IBS|BW-Projekte mit der Einführung eines landesweit eingesetzten Bibliothekssystems stark vereinheitlicht und integriertes Arbeiten möglich gemacht.

Kontakt

  • IBS|BW2 und IBS|BW-Xtension 2018, Projektleitung
    Karl-Wilhelm Horstmann
    Leiter des Kommunikations-, Informations- und Medienzentrums (KIM) der Universität Hohenheim
    E-Mail: karl-wilhelm.horstmann@uni-hohenheim.de
  • IBS|BW2 und IBS|BW-Xtension 2018, Lenkungsausschuss (Vorsitz)
    Dr. Helge Steenweg
    Direktor der Universitätsbibliothek Stuttgart (IZUS/UB)
    E-Mail: helge.steenweg@ub.uni-stuttgart.de
  • Bibliotheksservice-Zentrum Konstanz (BSZ)
    Dr. Ralf Goebel
    Leiter des BSZ
    E-Mail: ralf.goebel@bsz-bw.de
  • Bibliotheksservice-Zentrum Konstanz (BSZ)
    Wolfgang Heymanns
    Abteilungsleiter Bibliothekssysteme
    E-Mail: wolfgang.heymans@bsz-bw.de

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Stand: 09.05.2017